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Bei einer Reise ins Ausland hat Sicherheit für viele Reisende oberste Priorität. Reisen in Länder, die im Hinblick auf politische Unruhen oder eine hohe Kriminalitätsrate als gefährlich gelten, werden verständlicherweise vermieden. Nachstehend finden Sie einige Informationen zu sicherem Reisen in Jordanien. Diese beruhen auf meiner eigenen Erfahrung sowie offiziellen Reiseempfehlungen. Des Weiteren habe ich einige Verhaltensregeln zusammengestellt, die Ihnen auf Ihrer Reise durch Jordanien hilfreich sein können.

Ist Jordanien sicher?

Ja, Jordanien ist für Reisende jeder Herkunft und jeden Geschlechts ein sehr sicheres Reiseziel! Jedes Jahr reisen Millionen von Besuchern durch Jordanien. Von Urlaubern werden nur wenige Straftaten gemeldet. Meistens beziehen sich diese auf kleinere Delikte wie Betrug oder Taschendiebstahl. Befolgen Sie einige allgemeine Verhaltensregeln, sollten Sie auf Ihrer Reise keine unliebsamen Überraschungen erleben.

Viele Menschen halten Jordanien wegen seiner geographischen Lage für ein potentiell gefährliches Land. Im Nahen Osten hört man in den Medien oft nur von politischen Unruhen, insbesondere in Ländern wie Syrien und dem Irak. Diese haben jedoch keine Auswirkungen auf die allgemeine Sicherheit in Jordanien. Die jordanische Königsfamilie genießt ein hohes Ansehen und den Respekt der Bevölkerung. Es herrschen keine politischen Unruhen im Land. Jordanien war zudem nicht wie einige Nachbarländer vom Arabischen Frühling (Arabellion) im Jahre 2011 betroffen.

Jordanier sind sehr gastfreundlich. Zudem legt das Land großen Wert auf die Sicherheit seiner Besucher. Es gibt eine sogenannte Touristenpolizei (Tourist Police) an den beliebtesten Orten, beispielsweise in der berühmten Felsenstadt Petra. Auch Grenzübergänge und wichtige Gebäude (Einkaufszentren, Botschaften, große Hotels, usw) werden von der Polizei bewacht. Dies alles, um für Einheimische und Urlauber ein sicheres Umfeld zu schaffen.

Jeep Tour im Wadi Rum
Jordanien ist ein sicheres und gastfreundliches Reiseland

Offizielle Reiseempfehlung für Jordanien

Aufgrund von Covid-19 wird derzeit von den meisten Regierungen von unnötigen internationalen Reisen abgeraten. Die untenstehenden Informationen beziehen sich auf die Zeit vor der Pandemie und auf die hoffentlich bald wieder beruhigte Situation nach Covid-19.

Die offizielle Reiseempfehlung (u.a. des Auswärtigen Amts) ist tendenziell positiv. Eine Ausnahme stellt die direkte Grenze zu Syrien und dem Irak dar: Sie sollten Reisen in den äußersten Norden und Osten des Landes vermeiden. Da diese Landesteile für Touristen eher uninteressant sind, sei dies nur am Rande erwähnt. Umm Qais, ein historischer Ort im Norden des Landes, liegt nicht unmittelbar in Grenznähe und ist daher nicht von der Reisewarnung betroffen.

Typische Ärgernisse für Touristen in Jordanien

Schwarze Schafe gibt es leider überall. Wie in jedem Land gibt es auch in Jordanien Taschendiebe und kleine Gauner, vornehmlich in großen Städten oder an Orten mit Menschenmassen. Damit Sie gegen derlei Ärgernisse gut gewappnet sind, stellen ich Ihnen kurz die (mir bekannten) am häufigsten vorkommenden Betrügereien in Jordanien vor:

#1 Wucherpreise

Vielleicht das am häufig vorkommende Ärgernis, das Ihnen als Urlauber in Jordanien widerfährt. Oft geschieht dies in kleinen Läden oder auf Märkten. Werden Sie als Tourist entlarvt, zahlen Sie oftmals einen deutlich höheren Preis als die Einheimischen. Handeln gehört zur jordanischen Kultur, sodass der erste Preis nie der beste ist. Scheuen Sie sich daher nicht zu handeln!

Die meisten Touristenführer lieben ihren Job und geleiten Sie gerne durchs Land. Natürlich gibt es auch hier einige schwarze Schafe, die Ihnen zu viel Geld abnehmen wollen oder Ihnen Dinge berechnen, die eigentlich im Reisepaket enthalten sind. Ein typisches Beispiel für diese Praktiken sind einige der Beduinen in Petra (z.B. Ausritt mit dem Pferd). Zahlen Sie möglichst erst im Nachhinein und vermeiden Sie pauschale Vorauszahlungen. Es gibt zahlreiche Anbieter in Petra. Sind Sie bei einem Anbieter skeptisch, gehen Sie einfach zum nächsten.

#2 Trampen (Hitchhiking)

Trampen ist in Jordanien eher unüblich. Steigen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit nicht einfach in das Auto eines Fremden. Gerade bei alleinreisenden Frauen kann dies schnell zu Missverständnissen führen. Schließen Sie sich einer Reisegruppe an oder mieten Sie stattdessen ein Auto und genießen Sie Ihre Unabhängigkeit. Lesen Sie gerne meine Tipps zum Thema Autofahren in Jordanien. Natürlich sollten Sie im Gegenzug auch keine Anhalter in Ihr Auto einladen. Im schlimmsten Fall werden Sie Ihrer Wertsachen und des Leihwagens beraubt.

#3 Taxigebühren

Die meisten Taxifahrer sind ehrlich. Zudem ist Taxifahren in Jordanien sowieso günstig. Doch auch in Jordanien gibt es einige Taxifahrer, die gerne ein paar JOD zusätzlich verdienen möchten. Die gelben Taxis verfügen alle über einen Taxameter. Sorgen Sie dafür, dass der Fahrer den Taxameter zu Beginn der Fahrt einschaltet! Bei längeren Fahrten empfiehlt sich das Aushandeln eines Festpreises, den Sie am Ende der Fahrt zahlen. So können Sie sicher sein, dass der Taxifahrer keine unnötigen Umwege nimmt. Im Welcome2Jordan Reiseführer finden Sie praktisches Vokabular für Taxifahrten und viele Situationen des täglichen Lebens.

#4 Hotelpreise

Die Preise für Hotelzimmer variieren je nach Saison und Verfügbarkeit. Die besten Preise erhalten Sie meistens, wenn Sie Ihre Unterkunft vor Reiseantritt online buchen. Anbieter wie booking.com präsentieren Ihnen eine große Auswahl an Hotels verschiedener Preisklassen und Ausstattungen. So können Sie die Preise vergleichen und anhand Rezensionen anderer Urlauber die beste Unterkunft finden.

#5 Imitationen und Fälschungen

Auch wenn ich hier keine eigenen Erfahrungen schildern kann, habe ich schon öfters von dieser Masche gehört: Billiger Ramsch wird Ihnen als seltene Antiquität oder wertvoller Schmuck angeboten. Möchten Sie exquisite Ware kaufen, vergewissern Sie sich vorab über die Echtheit und gegebenenfalls über die Herkunft des Produkts (z.B. beim Kauf von Goldschmuck).

Dos and Don’ts: Tipps für einen sicheren Aufenthalt in Jordanien

Nachstehend finden Sie 10 Tipps zu Sicherheit und Verhalten in Jordanien:

  1. Checken Sie vor Antritt der Reise die offiziellen Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amts.
  2. Schließen Sie für den Krankheitsfall eine zusätzliche Reisekrankenversicherung ab.
  3. Führen Sie Kopien Ihrer wichtigen Dokumente (Personalausweis, Führerschein, Reisepass, usw) mit, für den Fall, dass einmal ein Original abhanden kommt.
  4. Kleiden Sie sich angemessen, den Sitten des Landes entsprechend. Vermeiden Sie als Frau freizügige Kleidung wie weit ausgeschnittene Tops und knappe Shorts. Lange, weite Hosen und luftige Oberteile sind in heißen Wüstenregionen zudem praktisch, da sie vor Sonnenbrand und Sandstaub schützen.
  5. Lassen Sie Ihr Gepäck niemals unbeaufsichtigt.
  6. Halten Sie Ihre Wertsachen stets im Auge. Am besten tragen Sie Ihre Tasche vor dem Körper und keinen leicht zu öffnenden Rucksack auf dem Rücken. Bauchtaschen helfen beim Schutz vor Taschendieben.
  7. Lassen Sie keine Wertsachen im Auto.
  8. Lassen Sie sich nicht in politische Diskussionen (pro-Israel) verwickeln.
  9. Respektieren Sie die religiösen Rituale der Jordanier. Stören Sie niemals ein Gebet! Während des Ramadan sollten Sie tagsüber auf Essen und Trinken in der Öffentlichkeit verzichten. Tipp: Reisen Sie außerhalb des Fastenmonats.
  10. Vermeiden Sie als Paar Küsse und enge Umarmungen in der Öffentlichkeit. Die Jordanier sind sehr konservativ eingestellt, auch in Bezug auf Homosexualität.

Sollten Sie in Jordanien Schwierigkeiten haben, wenden Sie sich an die örtliche Polizei oder, falls notwendig, an die deutsche Botschaft in Amman (z.B. bei Verlust des Reisepasses).

Machen Sie sich nicht allzu viele Sorgen um Ihre Sicherheit in Jordanien! Seien Sie wie überall auf der Welt vor den oben erwähnten Taschendieben und Betrügern auf der Hut und Sie werden einen faszinierenden und unvergesslichen Urlaub in Jordanien erleben!

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