Ramadan in Jordanien: Informationen, Daten & Reisetipps

Viele Urlauber fragen sich, ob es eine gute Idee ist, Jordanien im Ramadan zu besuchen. Die Reise in ein muslimisches Land während des Ramadan kann sowohl Vor- als auch Nachteile für Reisende mit sich bringen.

Ich habe die wichtigsten Dinge, die du über den Ramadan in Jordanien wissen und bei deiner Reiseplanung berücksichtigen solltest, für dich zusammengefasst.

Ramadan in Jordanien

Was ist Ramadan?

Ramadan ist der heilige Monat im Islam. Im Islam gibt es fünf rituelle Verpflichtungen, bekannt als die 5 Säulen des Islam. Im Ramadan verzichten Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf (unter anderem) Essen und Trinken. Die Arbeitszeiten sind während des Fastenmonats kürzer, damit die Gläubigen mehr Zeit mit religiösen Aktivitäten und der Familie verbringen können.

Von Nicht-Muslimen wird nicht erwartet, zu fasten! Es gibt jedoch einige Einschränkungen im Alltag, mit denen du auf deiner Jordanienreise im Ramadan zu rechnen hast. Mehr dazu weiter unten.

Möchtest du mehr über den Ramadan erfahren, lies auch meinen Artikel rund um Traditionen im Ramadan.

Wann ist Ramadan in Jordanien?

Die Daten des Ramadan basieren auf dem islamischen Kalender, einem Mondkalender bestehend aus 12 Monaten und 354 Tagen. Der Mondkalender ist kürzer als der “normale” gregorianische Kalender (365 Tage). Das bedeutet, dass islamische Feiertage wie Ramadan und Eid (Zuckerfest) jedes Jahr auf ein anderes Datum fallen. Das gleiche Prinzip gilt auch für christliche Feiertage wie Ostern, die sich ebenfalls an einem Mondkalender orientieren.

JahrRamadan in Jordanien (Erwartetes Datum*)
2024Sonntag, 10. März 2024 – Montag, 8. April 2024
2025Freitag, 28. Februar 2025 – Samstag, 29. März 2025
2026Dienstag, 17. Februar 2026 – Mittwoch, 18. März 2026
2027Sonntag, 7. Februar 2027 – Montag, 8. März 2027

* Beachte, dass sich der Fastenmonat Ramadan nach der Mondsichel richtet. Die oben genannten Daten können daher leicht abweichen (normalerweise nicht mehr als einen Tag). Der tatsächliche Beginn des Ramadan wird 1-2 Tage vor dem geschätzten Datum bekannt gegeben.

Urlaub in Jordanien im Ramadan

Je nach Jahr kann es vorkommen, dass sich die beste Reisezeit für Jordanien mit dem Fastenmonat Ramadan überschneidet. Ist es eine gute Idee, Jordanien während des Ramadan zu besuchen? Ja und nein. Ein Urlaub in Jordanien im Ramadan hat sowohl Vor- als auch Nachteile.

Eine Reise in ein muslimisches Land wie Jordanien während des Ramadan kann eine einzigartige kulturelle Erfahrung sein. Allerdings sind auch einige Einschränkungen zu bedenken. Im Folgenden liest du die wichtigsten Vor- und Nachteile, wenn du eine Reise nach Jordanien im Ramadan planst.

Vorteile

Der Hauptgrund für eine Reise nach Jordanien im Ramadan ist die einzigartige kulturelle Erfahrung, die du machen wirst. Muslime betrachten den Ramadan nicht als Strafe (auch wenn der Verzicht auf Essen und Trinken während des Tages als Herausforderung klingt). Vielmehr ist der Ramadan ein heiliger Monat, in dem sich die Menschen dem Gebet und der Besinnung widmen. Fasten ist ein Zeichen des Glaubens und lehrt Opferbereitschaft.

Daher unterscheidet sich die Atmosphäre während des Ramadan sehr vom Rest des Jahres. Die erste Mahlzeit nach Sonnenuntergang (bekannt als Iftar) hat eine besondere Bedeutung. Familie und Freunde kommen zusammen, um gemeinsam eine mehrgängige Mahlzeit zu genießen. Hast du Familie oder Freunde in Jordanien, ist dies der ideale Zeitpunkt, sie zu besuchen.

Außerdem ist das Nachtleben während des Ramadan aktiver. Während viele (nicht alle) Restaurants und Cafés tagsüber geschlossen sind, haben die meisten im Gegenzug bis spät in die Nacht geöffnet (sogar an Wochentagen). Für dich als Tourist bedeutet dies, dass du tagsüber die Sehenswürdigkeiten erkunden und nach Sonnenuntergang entspannt ausgehen und einkaufen kannst.

Die Stimmung im Land ist festlich (vor allem gegen Ende des Ramadan, wenn das Zuckerfest vor der Tür steht). Die Atmosphäre lässt sich in etwa mit der Weihnachtszeit in Deutschland vergleichen.

Nachteile

Tatsache ist jedoch, dass eine Reise nach Jordanien im Ramadan nicht nur Vorteile, sondern auch einige Einschränkungen mit sich bringt.

Wie bereits erwähnt, müssen nicht-muslimische Besucher in Jordanien nicht fasten! Allerdings wird erwartet, tagsüber in der Öffentlichkeit nicht zu essen und zu trinken. In der Öffentlichkeit bedeutet in dem Sinne, auf offener Straße.

Aber keine Sorge. In Jordanien ist es nicht so schwarz-weiß, wie es vielleicht klingt. Zunächst solltest du wissen, dass Orte wie Petra viele internationale Urlauber anziehen. Die Mehrheit aller Besucher kommt aus dem Ausland. Während des Ramadan gibt es in Petra und anderen Urlaubsorten in Jordanien deutlich weniger einheimische Besucher. Somit ist es hier etwas ruhiger als sonst.

Viele touristische Stätten (sei es Petra, Jerash oder der Zitadellenhügel in Amman) sind sehr weitläufig. Du kannst selbstverständlich deine eigene Wasserflasche und Snacks mitnehmen und essen und trinken, wenn du für dich alleine bist. Es ist ein Zeichen des Respekts gegenüber den Einheimischen, tagsüber nicht vor ihren Augen zu essen oder zu trinken.

Die meisten Restaurants in Jordanien sind im Ramadan tagsüber geschlossen. Restaurants und Cafés in Einkaufszentren und in der Nähe von Sehenswürdigkeiten haben (zum Großteil) auch tagsüber geöffnet. Du kannst auch tagsüber problemlos etwas zu essen und zu trinken finden.

Ein weiterer Faktor, den es zu beachten gibt, sind die Öffnungszeiten. Während des Ramadan gelten kürzere Öffnungszeiten in den meisten Unternehmen und Sehenswürdigkeiten und es gibt weniger Guides. Anspruchsvolle Wanderungen mit Guide sind während des Ramadan nur sehr eingeschränkt verfügbar.

Fazit

Planst du lange (geführte) Wanderungen, reist du am besten außerhalb des Ramadan. Körperlich anstrengende Touren sind während des Ramadan in der Regel nur sehr eingeschränkt bis gar nicht verfügbar. Reist du außerhalb des Ramadans, musst du dir natürlich auch keine Sorgen um das Essen und Trinken in der Öffentlichkeit machen.

Andererseits hat eine Reise nach Jordanien im Ramadan auch ihre Vorteile. Möchtest du Sehenswürdigkeiten wie Petra oder Jerash auf eigene Faust erkunden, wirst du hier kaum einheimische Besucher antreffen. Als nicht-muslimischer Besucher musst du nicht fasten. Es wird lediglich erwartet, nicht in der Öffentlichkeit (vor den Augen der Einheimischen) zu essen oder zu trinken. Bist du etwas taktvoll, sollte das kein Problem sein. Da viele Restaurants tagsüber geschlossen sind, kannst du von einem regen Nachtleben profitieren (Restaurants und Einkaufszentren haben bis spät in die Nacht geöffnet).

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